Bauernregel Siebenschläfer
Der Siebenschläfertag, der früher am 27. Juni gefeiert wurde, ist heute nur noch als Lostag für das Wetter einigen Menschen bekannt: „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag” oder „Siebenschläfer Regen - sieben Wochen Regen” oder „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass” oder „Regnet’s am Siebenschläfertag, es sieben Wochen regnen mag” oder „Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen”.
Der Siebenschläfer
Die Siebenschläfer gehören zur Familie der Bilche und haben bei einem Gewicht von 70 bis 120 Gramm eine Körperlänge (ohne Schwanz) von 13 bis 18 Zentimetern.
Mit seinem 11 bis 15 Zentimeter langen, buschigen Schwanz und der außerordentlichen Kletterfertigkeit erinnert der Siebenschläfer an ein kleines Eichhörnchen, wobei die Oberseite grau und die Unterseite scharf abgegrenzt weiß gefärbt ist. Die mausähnlichen Siebenschläfer haben einen spitzen Kopf und einen buschigen Schwanz. Besonders auffallend sind die schwarzen Augen, die großen Ohren und die 6 cm langen Tasthaare. Damit können sich die nachtaktiven Tiere gut in der Dunkelheit zurechtfinden.
Siebenschläfer halten einen sehr langen Winterschlaf! Nachdem sie sich im Herbst ein großes Fettpolster angefressen haben, liegen sie sieben Monate zusammengerollt auf dem Rücken, ihren Schwanz über Bauch und Kopf gelegt. Während des Winterschlafs verlieren sie die Hälfte ihres Gewichts.
Ihre bevorzugten Schlafplätze sind:
Erd- oder Spechthöhlen, große Astlöcher, Jagdhütten oder Scheunen.
Diese Bauernregel bewahrheitet sich im kontinentalen Süddeutschland in acht von zehn Sommern; im küstennahen Norden erreicht sie immerhin noch eine Trefferquote von 67 Prozent”. „DER SPIEGEL” (23/2000, S. 228)
Die Bauern haben damals ihre Erfahrungen gesammelt und ausgewertet und daraus Regeln gebildet weil das Wetter für ihre Existenz eine besondere Bedeutung hatte.
Legende der Siebenschläfer:
Lange sind die Siebenschläfer als Heilige verehrt worden. Sie sind durch eine Legende in Erscheinung getreten, die Gregor von Tours (538 - 594) erstmals ins Lateinische übersetzt hat.
Danach hatten sich in Ephesus sieben junge Christen - in griechischer Tradition Achillides, Diomedes, Eugenios, Kyriakos, Probatos, Sabbatios und Stephanos, in lateinischer Tradition Constantinus, Dionysius, Johannes, Malchus, Martinianus, Maximianus und Serapion - im Jahr 251 bei einer Verfolgung unter Kaiser Decius (249 - 251) in einer Berghöhle in Sicherheit gebracht.
Dort wurden sie von ihren Häschern entdeckt, eingemauert und schliefen 195 Jahre. Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt, wachten auf, um den Glauben an die Auferstehung der Toten zu bezeugen, und starben wenig später.
Die Legende, schon im 5. Jahrhundert literarisch fassbar, existiert in der Ostkirche in mehreren syrischen und griechischen Varianten und wurde zudem in andere orientalische Sprachen übersetzt. Sie fand neben anderen Legenden - mit Veränderungen - auch Eingang in den Koran (18. Sure). Legende und Kult der Siebenschläfer wurden in Deutschland während der Kreuzzugs- und Barockzeit populär.